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Walderlebnis

So viel zu sehen und zu erleben.

 Walderlebnis
Im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter erwartet Sie eine Vielzahl an sehenswerten Naturschauspielen. Anhand eines Waldlehrpfades lernen Sie heimische Waldbewohner und Pflanzen kennen. Oder Sie nutzen die Gelegenheit, sich durch einen Naturfilm im Waldkino unter dem Blätterdach der Buchen fesseln zu lassen.

Für Euch Kinder gibt es einen Abenteuerspielplatz und jede Menge gut ausgebaute Reitwege. Also, nehmt Eure Eltern bei der Hand und erforscht unseren Wald auf eigene Faust!


Ein Artikel aus den Lübecker Nachrichten vom 30.01.2015:


Der Wald im Winter

 Förster Tiede im Winterwald
Förster Tiede im Winterwald Kaltblutpferd Ulan im Winterwald Baumstämme im Winterwald
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Unterwegs im Kellenhusener Forst: Revierleiter Thomas Tiede erzählt von Flora und Fauna.
Langsam schleicht sich Thomas Tiede an die große Dachsburg heran. Überall auf dem Boden sind große Löcher in die Erde gegraben worden. Als der Revierleiter des Landesforstes Kellenhusen den größten Bau um sich herum begutachtet, ist sich der 55-Jährige sicher: Der Allesfresser ist aktiv, auch jetzt noch in der kalten Jahreszeit. Das verraten die Spuren im feuchten Lehm. Eigentlich hält der Dachs Winterruhe, aufgrund des milden Wetters ist er aber in Bewegung. Außer dem Dachs streifen zahlreiche Tiere in der Kälte durch den Wald. Auch Thomas Tiede ist in diesen Monaten in seinem Revier viel unterwegs. "Es herrscht viel mehr Aktivität im Winter als im Sommer", weiß der Diplom-Ingenieur für Forstwissenschaft.

Für 1450 Hektar Wald ist Tiede zuständig. Von Dahme bis nach Neustadt reicht sein Gebiet, das hauptsächlich mit Laubbäumen bewachsen ist. Während Tiede versucht, dem Wald im Sommer ein wenig Ruhe zu gönnen, damit die Tiere ihren Nachwuchs großziehen und die Bäume sich entfalten können, fallen im Winter viele Arbeiten im Forst an. Auf seinen Rundgängen untersucht er ihn auf Verkehrssicherheit, markiert und pflanzt Bäume. Zwischen September und März ist die beste Zeit fürs Abholzen, weil die Bäume keine Blätter mehr tragen. "Wir ernten in der saftfreien Zeit", erklärt der Experte. Etwa 6700 Festmeter werden zu Energie- und Parkettholz sowie Eichenfurnier verarbeitet, "um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten". Buchenholz mittlerer Qualität wird bis nach Asien exportiert.

Wenn die Bäume erst einmal gefällt sind, kommen "Ulan" mit Patrick Mühlenberg (40) aus Süsel ins Spiel. Das Schleswiger Kaltblutpferd zieht bis zu 1200 Kilogramm schwere Stämme hinter sich her. Er ist besonders im Winter gefragt. "Ulan" mache die Vorarbeit für die großen Bagger, die sich nur in einem abgesteckten Gebiet ? der Rückegasse ? bewegen dürfen. Die Arbeit mit dem gutmütigen Kaltblut sei schonender für den Forstbestand. "Wir bilden die Schnittmenge zwischen Maschine und Pferd", sagt Tiede.

Aber im Forst muss nicht nur der Baumbestand minimiert werden. "Der Wald hat eine Nutzfunktion, eine Schutzfunktion und eine Erholungsfunktion. Diesem Dreiklang muss man gerecht werden", betont der Revierleiter und zeigt ein etwa ein Hektar großes Gebiet, auf dem 3500 kleine Buchen neu gepflanzt wurden. Der Zaun schützt vor den Tieren, die die Knospen fressen würden.

Im Kellenhusener Revier gibt es Rehwild, Damwild, Wildschweine und auch Dachse. Sogar Waschbären und Marderhunde kommen vor. "Nirgends in Europa gibt es eine so dichtbesiedelte, wildlebende Tierwelt", betont Tiede. Im Winter ist die Nahrung rar, der Dachs sucht sich deshalb eiweißreiche Nahrung wie Würmer. Rehe bevorzugen die wintergrünen Brombeeren und reichhaltige Knospen, das Damwild knabbert an der Rinde der Esche, während die Wildschweine nach Wurzeln wühlen. Je kühler es werde, desto wichtiger sei energiereiches Fressen für die Tierwelt. Nur in absoluten Notzeiten, also bei intensiven Schneefällen, werde zugefüttert. "Fütterungen von wildlebenden Tieren ist nicht erlaubt, das unterliegt dem Jagdgesetz", erzählt der Revierleiter. Damit der Wildbestand in Balance gehalten wird, geht Tiede zusammen mit Jägern, Treibern und Hunden drei Mal im Jahr auf Drückjagd. Vor allem in den Wintermonaten wird der Wildzuwachs abgeschöpft.

Während das Wild den Winter überstehen muss und aktiv ist, mache der Laubbaum gar nichts, schmunzelt Tiede. Im Herbst zieht sich der Baum die Energie aus den Blättern und speichert diese als Zucker in den Wurzeln ab. Mit dieser Reserve rettet er sich über den Winter.

Die Flora und Fauna im Winter, sie hat viel zu bieten - macht aber auch viel Arbeit, die sich für den Revierleiter Thomas Tiede allerdings lohnt.
Download vollständiger LN-Artikel (PDF) Von Beke Zill
Quelle: LN, 30.01.2015, Fotos von Wolfgang Maxwitat





Vier alte Eichen ...

 Königseiche
Wasserstandseiche Fünfmarkseiche Präsidenteneiche Eichenpflanzung durch Harry Carstensen
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In dem Kellenhusener Staatsforst gibt es - leider muss man sagen - gab es noch eine Besonderheit: Vier alte Eichen.
Die älteste von ihnen, die Kroneneiche, war 1000 Jahr alt, bevor sie jetzt von einem Sturm zu Boden geworfen wurde. Der Name Kroneiche bezieht sich übrigens nicht auf die imposante Krone des Baumes, sondern darauf, dass sich auf den Ästen die Kraniche (plattdeutsch Kronich) zur Ruhe betteten.

Auch die zweite berühmte Kellenhusener Eiche, die Königseiche, kam zu Fall und kann nur noch als »Skulptur« besichtigt werden. Der Legende nach ruhte sich ein dänischer König auf seiner Reise durch Holstein eben unter diese Eiche aus und soll so Namensgeber der Königseiche geworden sein.

Nur die Wasserstandseiche und die Fünfmarkseiche sind heute noch am Leben.
Die Fünfmarkseiche ist eine alte, als Naturdenkmal geschützte Eiche. Sie befindet sich im Guttauer Gehege im Kellenhusener Forst und ist frei zugänglich. Es handelt sich um eine Stieleiche von rund 26 Metern Höhe mit einem Stammumfang von etwa 6 m, deren Alter auf 350 Jahre geschätzt wird. Die Eiche hat ihren Namen erhalten, weil sie Maximilian Dasio als Vorbild für die Gestaltung der Numismatik auf der von 1927 bis 1933 geprägten 5-Reichsmark-Münze mit dem Motiv eines „Eichbaums” diente. Die Wasserstandseiche mit dem Gedenkstein soll an die höchste Sturmflut des 19. Jahrhunderts in der Nacht vom 12. auf den 13. November 1872 erinnern.

Anlässlich der Schirmherrschaft und des Besuches des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau am 09. Oktober 1999 wurde im Kellenhusener Forst an der Kreuzung Forstmeisterlinie/Bökelsberg die Präsidenten-Eiche gepflanzt.

Im Rahmen der Hubertuswochen 2009 wurde am 10. Oktober 2009 vom Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein, Herrn Peter Harry Carstensen, eigenhändig die Ministerpräsidenten-Eiche in der "Baum-des-Jahres-Allee" gepflanzt.

Auch wenn zwei der sechs Berühmtheiten gefallen sind, lohnt ein Spaziergang durch den Erholungswald. Verlaufen kann man sich hier nicht - alle Wege sind gut ausgeschildert.



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